
Verkalkung
Wer kennt dieses überall auftretende Problem nicht: Unschöne und unhygienisch wirkende Kalkablagerungen, die sich auf glänzende Armaturen und mühsam geputzte Fliesen; in Töpfen und mit Wasser betriebenen Haushaltsgeräten oder in Maschinen und Rohrleitungen gebildet haben. Grund dafür sind Abscheidungen von oft mikroskopisch kleinen Stoffpartikeln, deren Summe irgendwann matt schimmernde Flecken und in Leitungssystemen Verstopfungseffekte bewirken. Nur der Einsatz von Wasser- oder Aktivkohlefilter kann hier im Vorfeld Abhilfe schaffen. Oder der Gebrauch von verdünntem Essig; sowie im Auskochungsprozess Milch- oder Zitronensäure. Doch Vorsicht: Stimmt das Mischungsverhältnis nicht, kann zu stark konzentrierter Essig Gummidichtungen und andere nicht-metallische Stoffe ebenfalls angreifen. Weniger ist manchmal mehr!
Die Sedimentation, also das Ablagern von aus Wasser gelösten Calciumcarbonaten, ist ein natürlicher Vorgang, der vielen technischen Geräten auf lange Sicht zum Verhängnis wird. Sind die sogenannten Kesselsteine, welche bei starker Vergrößerung unter dem Elektronenmikroskop an versteinerte Pilzlandschaften erinnern, einmal auf den betreffenden Objekten heimisch geworden, nimmt ihre mechanische Beseitigung oder das Auskochen nervenaufreibende Zeit in Anspruch. Gleiches gilt für wasserzuführende Leitungen, falls die Ultrafiltration nicht ausreichend genug ist.
Dabei hängt die Wahrscheinlichkeit der Verkalkung mit dem Härtegrad des Wassers zusammen. Hartes Wasser kommt meistens in solchen Gegenden vor, wo die Quelle und der Wasserlauf durch Kalk- oder Sandstein führt. Nicht umsonst begegnen deutsche Wasserwerke allzu hartem Wasser mit einem aufwendigen Ionenaustauschverfahren oder einer Vollentsalzung, um danach eine akzeptable Qualität durch die eigenen Verteilersysteme an die Kunden transportieren zu können. Welche Härte das Wasser in der jeweiligen Region hat, teilen die Wasserwerke ihren Kunden jederzeit mit - damit diese zum Beispiel über die anzuwendende Dosierung der Waschmittel und den darin enthaltenen Härtebindern informiert sind.
Alles Wasser auf der Erde befindet sich in einem ständigen Kreislauf und bedarf aufgrund ständiger Verschmutzung eines Reinigungsverfahrens mittels Ultrafiltration. Das Prinzip der Ultrafiltration bewirkt, dass nach einem groben mechanischen Beseitigen Rückstände und Substanzen - wie zum Beispiel Wirkstoffe aus Medikamenten, Altöle und sonstige Gifte - gefiltert werden und nicht in den Kreislauf zurückkehren. Auch in modernen Schwimmbädern werden große Wassermengen bereits auf diese Weise wieder aufbereitet.
Weil diese Art der Wasseraufbereitung ein kostentreibendes Unterfangen ist, weisen Umweltorganisationen und Verbraucherzentralen, die örtlichen Wasserwerke sowie forschende Institutionen und politische Organe immer wieder auf den sparsamen Umgang mit Wasser hin. Gerade im Hinblick, darauf, dass es Regionen gibt in denen heute schon Wasserknappheit herrscht.